Die Auswirkungen von Resveratrol auf das Ungleichgewicht zwischen Testosteron und Östrogen: 5 wichtige Erkenntnisse
Resveratrol ist eine phenolische Verbindung, die reichlich in der Traubenschale vorkommt. Es steckt außerdem in verschiedenen Beeren, Soja und Erdnüssen. Mehrere Studien zeigen, dass Resveratrol eine starke anti-aging, entzündungshemmende, phytoöstrogene und antioxidative Wirkung hat. Eine weitere Studie zeigt, dass es ein hormonelles Ungleichgewicht bei Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS) ausgleichen kann. Laut dem Hormone Health Network ist PCOS die häufigste Ursache für Unfruchtbarkeit bei Frauen; in den USA leben etwa 5 bis 6 Millionen Frauen mit diesem Problem. Schauen wir uns die Effekte von Resveratrol auf Östrogen und Testosteron an.

Resveratrol und Östrogen-Ungleichgewicht
Mehrere Studien zeigen, dass Resveratrol eine wichtige Rolle im Östrogenstoffwechsel spielt. Das liegt daran, dass Resveratrol die gleiche Struktur wie Östradiol hat. Es bindet sich locker an die Östrogenrezeptoren und verändert deren Signalübertragung. Darum wirkt Resveratrol auch als Phytoöstrogen. Eine neue Studie zeigt: Resveratrol fördert den Östrogenstoffwechsel, weil es die Menge der Chinonreduktase (NQO1) erhöht. Dieses Enzym baut Chinon ab, eine Verbindung, die das Krebsrisiko erhöhen kann, und leitet seine Abbauprodukte zur Entgiftung an die Leber weiter. So steigert Resveratrol den Spiegel der Chinonreduktase, schützt die DNA vor oxidativem Stress und eignet sich auch für die Brustkrebstherapie.
Östrogene Wirkung von Resveratrol
Resveratrol, ein sekundärer Pflanzenstoff, hat eine starke östrogene Wirkung auf den menschlichen Körper. Je nach Östrogenrezeptoren, Zelltyp und endogenem Östrogenspiegel wirkt es als Östrogenantagonist. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Resveratrol die Aktivität von Aromatase-Enzymen in Brustkrebszellen wirksam hemmen kann. Außerdem beeinflusst es Enzyme der Phase I und II, die Karzinogene aktivieren, endogene Hormone steuern und Arzneimittel entgiften. Eine weitere Studie zeigt, dass 1 Gramm Resveratrol pro Tag bei Frauen nach der Menopause die Östrogenmetaboliten wirksam reguliert. Forscher sollten weitere Studien durchführen, um die positiven Auswirkungen von Resveratrol auf Risikofaktoren für Brustkrebs zu untersuchen.
Resveratrol und Testosteron-Ungleichgewicht bei PCOS
Frauen mit PCOS haben mehr Androgene, vor allem Testosteron, als üblich. Forschungen zeigen: Diese Androgene stehen zwar stark mit Männern in Verbindung, kommen aber auch bei Frauen in kleinen Mengen vor. Der höhere Spiegel dieser Hormone bei Frauen mit PCOS kann mehrere Probleme auslösen, zum Beispiel übermäßige Körper- und Gesichtsbehaarung, Akne, Gewichtszunahme, ausbleibende oder unregelmäßige Perioden und Unfruchtbarkeit. Frauen mit PCOS haben außerdem ein höheres Risiko für weitere Gesundheitsprobleme wie Diabetes.
Eine aktuelle Studie zeigt, dass Resveratrol bei Patientinnen mit PCOS den Testosteronspiegel und den Spiegel von Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEAS) – einem Hormon, das der Körper in Testosteron umwandelt – senkt. Die University of California hält Resveratrol für eines der besten Nahrungsergänzungsmittel, das das hormonelle Ungleichgewicht bei PCOS ausgleichen kann.
Forscher der Medizinischen Universität Posen prüften, wie Resveratrol ein hormonelles Ungleichgewicht beeinflusst. Dreißig Frauen mit PCOS erhielten Resveratrol-Nahrungsergänzungsmittel über einen Zeitraum von drei Monaten. Zu Beginn und am Ende der Studie entnahmen die Forschenden Blutproben, um die Konzentration von Testosteron und Androgenen zu bestimmen. Außerdem führten sie zu Beginn und am Ende der Studie Glukosetoleranztests durch, um Risikofaktoren für Diabetes zu untersuchen. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass Resveratrol die Testosteron- und DHEAS-Spiegel um 23,1 bzw. 22,11 TP3T senkte.
Darüber hinaus senkte Resveratrol durch die Normalisierung des Testosteronspiegels auch das Diabetesrisiko bei diesen Personen. Die Forscher stellten außerdem fest, dass bei den Frauen, die während der Studie eine Resveratrol-Therapie erhielten, der Nüchterninsulinspiegel um 31% sank. Zudem reagierten sie besser auf Insulin. Somit kann Resveratrol die Fähigkeit deines Körpers, Insulin zu verwerten, verbessern und das Diabetesrisiko senken.
Forschungsergebnisse zu Resveratrol und Testosteron
Eine Studie zeigt: Resveratrol kann die Östrogenwirkung ausbalancieren. Das ist für Männer und Frauen wichtig für die Fortpflanzungsgesundheit. Eine weitere Untersuchung beschreibt Resveratrol als Testosteron-Booster – es kann sowohl die Spermienzahl als auch den Testosteronspiegel bei Männern ohne negative Auswirkungen erhöhen. Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass Resveratrol den Hormonhaushalt normalisiert, indem es die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse (HPG) aktiviert. Diese Achse steuert die Ausschüttung von Sexualhormonen über den Hypothalamus aus der Hypophyse im Gehirn.
Bei Frauen wirkt Resveratrol anders. In einer Studie erhielten vierzig Frauen nach der Menopause zwölf Wochen lang täglich 1 Gramm Resveratrol. Es beeinflusste ihren Testosteron- und Östrogenspiegel nicht, erhöhte aber den Gehalt an Proteinen, die Sexualhormone stark binden und über das Blut transportieren. Außerdem senkt es das Brustkrebsrisiko bei Frauen, indem es den Östrogenstoffwechsel reguliert.
Bei Ratten hemmt Resveratrol die Enzymaktivität, die Östrogenrezeptoren aktiviert. Es bindet an diese Rezeptoren und schwächt ihre Wirkung; diese Wirkung hat einen ausgleichenden Effekt auf den Körper. Laut Gesundheitsexperten kann Resveratrol den Östrogenspiegel bei Frauen (während der Menopause) erhöhen, wenn dieser sinkt.
Eine weitere Studie zeigt: Hohe Resveratrol-Dosen (fast 1000 mg pro Tag) über vier Monate senken den Androgenspiegel im Serum. Wie sich das auf den Testosteron- und den DHEAS-Spiegel auswirkt, bleibt unklar.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Resveratrol ist eine wirksame sekundäre Pflanzenstoffverbindung, die Pflanzen als Reaktion auf Stress bilden. Es steckt vor allem in Wein, roten Trauben, Hülsenfrüchten und Beeren. Es wirkt stark antioxidativ, entzündungshemmend und phytoöstrogen. Obwohl es schlecht verfügbar ist, bringt es dem Körper mehrere Gesundheitsvorteile und hilft vor allem, die Geschlechtshormone auszugleichen.
- Diese Verbindung spielt eine wichtige Rolle im Östrogenstoffwechsel. Sie hat dieselbe Struktur wie Östradiol. Forschungsergebnisse zeigen: Resveratrol bindet schwach an die Östrogenrezeptoren und verändert deren Signalübertragung. Darum wirkt es als Phytoöstrogen.
- Resveratrol wirkt nicht nur auf Östrogen, sondern hilft auch, den Spiegel der Androgene (vor allem Testosteron) bei Frauen mit PCOS zu normalisieren.
- Die regelmäßige Einnahme von Resveratrol senkt den Nüchterninsulinspiegel um 31% und verringert so das Risiko für Typ-2-Diabetes.
- Resveratrol bietet zahlreiche gesundheitliche Vorteile, darunter die Senkung des Risikos für Herzerkrankungen, kognitive Störungen und Brustkrebs. Zudem stärkt es das Immunsystem.
Literaturverzeichnis
- https://www.endocrine.org/news-and-advocacy/news-room/2016/resveratrol-can-help-correct-hormone-imbalance-in-women-with-pcos
- https://supplements.selfdecode.com/blog/top-15-scientific-health-benefits-of-resveratrol-with-references/
- https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25939591/
- https://translational-medicine.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12967-014-0223-0
- https://vitagene.com/blog/what-is-resveratrol/
- https://hormonesbalance.com/articles/benefits-of-resveratrol/
- https://www.sciencedaily.com/releases/2016/10/161018143436.htm